23. Münchner Beschäftigungskonferenz 2


Am Freitag, dem 16.10. fand im Alten Rathaus die 3. Münchner Beschäftigungskonferenz statt. Inhalt war diesmal die Vorstellung des Konzepts zum „3. Arbeitsmarkt“, mit dem die Landeshauptstadt eine Vorreiterrolle im Umgang mit Langzeitarbeitslosen übernimmt.

Der Stadtrat hat über die nächsten drei Jahre je bis zu 3,0 Mio. Euro im Jahr für dieses Programm bereitgestellt. Ziel ist es, mit Hilfe sog. „Sozialer Stellen“ bei karitativen Projektträgern Beschäftigungsmöglichkeiten für im ersten Schritt 200 Personen zu schaffen. Den so geförderten gibt dies die Chance, wieder am Arbeitsleben teilzunehmen und sich mittelfristig vielleicht doch in den 2. oder 1. Arbeitsmarkt zu entwickeln. Projektbeginn ist der 1. April 2016, es ist ein weiterer Baustein im Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm (MBQ) .

Nach einer Begrüssung durch den 2. OB Josef Schmid startete die Veranstaltung mit einem Fachvortrag von Prof. Dr. Matthias Knuth von der Universität Duisburg-Essen zum Thema „Notwendigkeit, Möglichkeit und Grenzen eines Sozialen Arbeitsmarktes“.

Mit Blick auf den aktuellen Koalitionsvertrag meinte er, dass die hier erwähnte Sichtweise die Basis für viele Missverständnisse und Schlechtleistungen ist, da in unzulässiger Weise Pegelstand und Flussgeschwindigkeit als eine Einheit angesehen würden. Aufnahmefähigkeit Arbeitsmarkt und Langzeitsarbeitslosigkeit passen nämlich tatsächlich nicht zusammen. Richtig ist, dass es viele offene Stellen gibt, doch was hat das mit dem betroffenen Personenkreis zu tun? Wenn Bedarf für deren Talent bestünde, wären sie nicht in ihrer aktuellen Situation ….
Koalitionsvertrag

 

Ungleich interessanter als diese Betrachtung war jedoch der Blick auf die Beschäftigungshemmnisse. Personen, die mehr als drei davon auf sich vereinen sind empirisch bewiesen so gut wie chancenlos.
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Sollte uns diese Erkenntnis wundern? Ich glaube nein. Es gibt noch immer zu wenige „spannende“ Jobs in Teilzeit. Langzeitarbeitslosen bleibt aus obigen Faktoren gepaart mit weiteren individuellen Faktoren die Chance auf eine Beschäftigung häufig verwehrt, ein Arbeitseinkommen ist jedoch bei vielen die Grundlage für Selbstwertgefühl, gesellschaftliche Partizipation und weitere Entwicklungsschritte. Genau hier setzt der Dritte Arbeitsmarkt an.

In einer Podiumsdiskussion mit eingebauten Fragen und deren Beantwortung durch das Podium stellten hochrangige Vertreter der Stadt, Arbeitsagentur, Projektträger, Arbeitgeber und Gewerkschaft die je eigentlich bereits bekannten Positionen vor und teilten doch gemeinsam die Hoffnung, dass mit dem neuen Programm vielen Münchnerinnen und Münchnern und deren Familien geholfen werden kann.

Eine wertige und informative Veranstaltung. Schön zu sehen, dass sich die Stadt München um alle Ihre Bürgerinnen und Bürger bemüht.

sozialer_arbeitsmarkt

Weiterführende Information zu diesem Thema stellt die Stadt München unter folgendem Link zur Verfügung:

http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Arbeit-und-Wirtschaft/Arbeitsmarktpolitik/Langzeitarbeitslosigkeit/Dritter-Arbeitsmarkt.html

 


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