Psychische Belastungen führen zum Wechsel des Arbeitgebers. Wie kann dies vermieden werden?


Ich beginne heute mit der Herleitung der Quelle:

Im Rahmen der „Initiative Neue Qualität Der Arbeit“, Unterbereich „Informatisierung und neue Formden der Industrialisierung“ gibt es ein Projekt „WING“ – „Wissensarbeit im Unternehmen der Zukunft nachhaltig gestalten“.
Hieran beteiligt ist das ISFMünchen – Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V..

Beim Vortrag „Arbeit ohne Grenzen – der Preis der permanenten Verfügbarkeit in der digitalen Arbeitswelt“ wurde diese Graphik der Bundespsychotherapeutenkammer aus dem Jahr 2013 gezeigt

Psychische_BelastungenSomit mal genug mit Abkürzungen und Projektnamen und hin zum Inhalt:

die steigende Sichtbarkeit der (aus Arbeitgebersicht) tatsächlichen Leistung von Teams, Abteilungen oder auch Arbeitsplätzen führt  – neben dem bekannten Zeitdruck – zu Belastungen, da Kennzahlen immer einfacher vergleichbar werden. Wer aus dem Bereich Call-Center/Customer-Communication-Center kommt kennt dies alles bereits und wird sagen: man gewöhnt sich.
Die signifikant ansteigende Zahl der Fehltage (siehe Graphik) belegt jedoch, dass Mitarbeitern das „Sich-Gewöhnen“ offenbar schwerfällt.

Mitarbeiter die nicht mit Krankheit reagieren wollen – was machen die denn eigentlich?
Glaubt man einer Vielzahl von Studien zur Wechselwilligkeit von Arbeitnehmern, erhöht sich der Anteil der Personen, die latent auf der Suchen nach einem neuen/besseren Job sind ständig. Je nach Quelle sind zwischen 30%-40% aller Angestellten offen für neue Angebote. Eine Forsa-Studie dazu hier.

Gut für suchende Arbeitgeber, doch sollte man nicht eher die Frage stellen, was Unternehmen aktuell tun können, um den Wechsel von Personal zu vermeiden?
Das LGL Bayern (Bayerisches Landesamt für Gesundheit) sieht die vier Handlungsfelder Ausführbarkeit, Schädigungslosigkeit, Zumutbarkeit uns Persönlichkeitsförderlichkeit.

Ist sicherlich richtig, doch man sieht schon an den Wortungetümen, das dies alles noch sehr theoretisch ist.

Deshalb aus meiner Beratungspraxis konkrete Beispiele der letzten beiden Jahre:
– 4-Tage-Woche vereinbaren
– Aufbau von Lebenszeitarbeitskonten
– Wege aus der Falle der „Verfügbarkeitskultur“ suchen: neue E-Mails werden nur alle 2 Stunden abgerufen
– Einsatz von Werkstudenten für Routinetätigkeiten
– Konsequentes Führen von Rückkehrergesprächen

Was meinen Sie, ist das machbar?
Haben Sie weitere Erfahrungen aus Ihrer Berufspraxis, die Sie mit uns teilen wollen?

 

  615-544-0699

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